Unterwolle auskämmen

Die größten Probleme bereiten immer wieder die Unterwolle und der daraus entstehende Filz. Hier zeige ich an ein paar Beispielen, wie man damit umgeht.

Die Unterwolle fällt nicht einfach aus dem Fell. Daher haben wir ja auch keine Haare auf der Couch, wie bei den Kurz-Haarigen Rassen. Doch dieser Vorteil bringt eben auch viel Arbeit mit der Pflege !

Die abgestorbene Unterwolle muss regelmäßig entfernt werden. Das geht am Besten mit einem feinen Kamm. Ich nehme dazu den Spratt-Kamm Nr. 72 (extra-fein)

Wenn der Hund zum Bürsten auf der Seite liegt und das Deckhaar nach oben gelegt wurde (wie im Kapitel *Bürsten + Kämmen* beschrieben) kann man sich an die Unterwolle machen.

Die Unterwolle lässt sich am Besten auskämmen, wenn das Fell trocken ist  ;-)

Daher kann man sich gut an die Unterwolle machen, wenn der Hund komplett gebürstet und gekämmt ist. Denn die Unterwolle hat man durch normales Kämmen nicht unbedingt rausbekommen, sondern einfach nur gut gekämmt :-)    da muss man intensiver ran, denn abgestorbene Unterwolle muss raus....

Die Strähnen werden schubweise von oben nach unten mit dem Kamm bearbeitet, und dabei nicht sofort bis nach unten durchgezogen, sondern immer nur stückweise mit kurzen Kämmzügen. Dabei kann man schnell sehen, wie sich die Unterwolle nach und nach zusammenschiebt und im Fell hängt.

Beim Kämmen am Besten wieder den Haaransatz etwas mit der Hand fixieren, damit man nicht so an der Haut zieht...

Dann kann man die Wolle mit dem Kamm weiter nach unten schieben. Man kann zwischendurch auch mit der Les Pooch überbürsten und so die losgekämmte , gelockerte Unterwolle aufnehmen.

Immer etwas von der Wolle im Kamm lassen, dann ist der Widerstand größer und die Unterwolle lässt sich besser auskämmen, weil die Haftung besser ist.

So sieht die Unterwolle am Kamm aus...

Diese Methode sollte man nicht bis ganz oben zum Scheitel durchführen, denn der ganz feine Kamm kann schon mal Deckhaare auskämmen. Die oberste Schicht vom Deckhaar kämme ich mit dem 68er Spratts-Kamm (oder der Nr. 71, Mittelfein), das schont das Deckhaar.

Man muss das einfach beobachten, ob das Deckhaar Schaden nimmt.

Hier auf dem Kamm sieht man ein dunkles, festeres Deckhaar (das man gut von der Unterwolle unterscheiden kann), aber der Verlust von einzelnen Deckhaaren ist wohl kein Drama ;-)

Yamika hat Unmengen an Unterwolle und man wundert sich manchmal was da an Unterwolle rauskommen kann....

Natürlich nicht bei jedem Hund, und auch nicht jdes mal !!!

Denn auch hier kommt es wieder auf die Fellbeschaffenheit an und wie viel Unterwolle der Hund überhaupt hat. Wenn Sie Schwierigkeiten damit haben, lassen Sie sich das Auskämmen der Unterwolle zeigen. Die meisten Züchter sind auch gerne bereit ihren Welpenkäufern eine Einweisung dazu zu geben.

 

Hakel-Methode

Eine Variante ist auch die Unterwolle zu "hakeln".

Dazu nimmt man das Ende des Kammes (der muss dafür nicht extrem fein sein) und setzt es senkrecht auf das Fell an. dann "zupft" man sanft mit dem Kamm-Ende durch die Unterwolle und zieht so das abgestorbene Fell raus.

hier hat *Christiane Kluth* Bilder vom Hakeln gemacht, da sieht man wie der Kamm angesetzt ist und man erkennt wie die Unterwolle im Kamm sitzt:

 

Den Kamm senkrecht ansetzen und durch die Strähnen ziehen....

....so kommt mehr und mehr Unterwolle auf den Kamm

Ich "hakel" nur stellenweise und nicht am kompletten Hund, zb an den Flanken, den Schultern und der Brust, dort wo bei unseren die meiste Unterwolle festsitzt.

Das meiste hole ich mit der normalen, oben beschriebenen Kämm-Methode raus.

 

einzelne Filzknoten lösen

sollten Sie Filzknoten entdecken können Sie diese auf unterschiedliche Weise lösen, je nach Größe und Dichte der Knoten.

Hier sieht man einen kleineren Filzknoten

 

Solche Verfilzungen kann man mit den Fingern etwas auseinander ziehen. Dabei nie an der Haut ziehen, sondern immer den Knoten von innen nach außen "aufdröseln"

So sieht das dann in etwas aus.

Wenn der Knoten so "aufgezuppelt" ist lässt er sich gut auskämmen. Dazu halte ich die Strähne kurz über dem Haaransatz fest, während ich Kämme, damit man nicht an der Haut zieht und man mit dem Kamm auch ein wenig am Knoten ziehen kann.

Jetzt ist kein Knoten mehr da...

größere Filz-Stellen

Sollten Sie größere Filzknoten entdecken die Sie nicht mehr so einfach auseinander ziehen können, nicht mehr ausbürsten können , und die zu dicht auf der Haut sitzen, dann müssen radikalere Methoden ran.

Die Filzplatten kann man mit der Schere in Wuchsrichtung von der Haut weg einschneiden, oder die Klinge der Schere nach Außen durch den Filz ziehen und ihn so einschneiden.

Dann lässt er sich meist gut ausbürsten oder auskämmen.

Anstelle der Schere kann man auch den Coat-King nehmen, er hat mehrere Klingen nebeneinander, mit denen man die Filzplatten aufschneiden kann. Den Coat-King nicht am ganzen Hund verwenden, nur um hartnäckigen Filz zu lösen !

 

weitere Hilfsmittel zum Lösen von Filz

folgende Hilfsmittel können Ihnen noch helfen, um Filzstellen zu lösen:

  • Babypuder -einfach auf die Stelle aufpudern, dann wir sie weich und lässt sich gut lösen und auskämmen
  • Conditioner - man kann den Conditioner pur auf die Stelle geben und etwas einreiben. Dann lassen sich die Stellen oft leichter lösen und auskämmen
  • spezielle Entfilzungs-Mittel - zb das Entfilzungs-Spray von Les Pooch oder das Entfilzungs-Gel von Pet Esthe. es gibt noch viele weitere Firmen, da muss man einfach testen womit man am Besten klar kommt
  • Mat Zapper  - von Les Poochs. Der Mat Zapper ist die Bürste mit dem roten Griff von Les Poochs. Die "Stifte" der Bürste sind härter und man kann damit Filz-Stellen gut ausbürsten und lösen. Allerdings muss man damit sehr vorsichtig umgehen, da man den Hund schnell damit verletzen kann, da die Bürste hart ist !

 

Um solche hartnäckigen Filzstellen zu vermeiden, oder zumindest etwas einzudämmen hilft nur regelmäßiges Bürsten & Kämmen und gutes Bearbeiten der Unterwolle!